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Marsch wird ein Landstrich an der Küste und entlang der Flussmündungen genannt. Die Marsch ist aus dem Schlick, der sich durch Ebbe und Flut abgelagert hat, entstanden. Regen spülte das Salz aus der Erde, Süßwasserpflanzen siedelten sich an und nach der Entwässerung war sehr fruchtbarer Boden entstanden. Marschbauern galten im Gegensatz zu Geestbauern landläufig als reich.

Mäander ist Teil eines natürlichen Flusses. Das Wasser verläuft in Bögen und Kurven, da es Hindernisse umrunden muss. In der Flussbiegung wird der Sand außen weggespült und an einer ruhigeren Stelle gegenüber wieder abgelagert. So bilden sich Flussschleifen, die Mäander heißen. Die Außenseite der Flussbiegung ist steiler, häufig unterspült und heißt Prallhang. Die Innenseite bildet einen flachen unbewachsenen Uferhang wie eine kleine Halbinsel und heißt Gleithang.(Auf diesem Uferstreifen kann wie auch am Sandstrand wunderbar gezeichnet und geschrieben werden!)

Medicus entspricht dem heutigen Allgemeinarzt, Wundarzt dem Chirurgen, Mudder Griebsch war die Hebamme. Stille Fru war die geheime Frau, denn die Zeit der Hexenverfolgung war noch im Gedächtnis. Sie heilte kräuterkundig und besprach mittels ritualisierter Segenssprüche (findet heute noch Anwendung gegen Warzen).

Metze war der Lohn des Müllers, ein gesetzlich festgelegter Teil des Mahlgutes wurde einbehalten.

Milchsatte heißt eine flache Schüssel mit großen Durchmesser, in die frische Milch gegossen wurde. Über Nacht bildete sich oben eine Sahneschicht, die mit einem breiten Holzlöffel abgeschöpft, gesammelt und anschließend zu Butter verarbeitet wurde. Im Sommer blieb die Milch in der Schüssel und wurde, besonders durch Gewitterluft, sauer und fest. Dicke Milch mit Schwarzbrot und Zucker schmeckt auch heute noch herrlich erfrischend.

Moor ist ein geografischer Begriff. Dort wo es mehr Niederschlag gab, als abfließen konnte, bildeten sich Moore während der letzten Eiszeit. Durch den Wasserstau und damit unter Luftabschluss vertorften abgestorbene Pflanzenteile. Moore blieben bis in die Neuzeit wasserreich. Der Boden ist nährstoffarm, nur bestimmte Pflanzen können dort wachsen und nur wenige Tiere leben dort. Erst nach dem „Trocken legen“ durch großflächige Gräbennetze war Landwirtschaft überhaupt möglich. Im 19. Jahrhundert wurde Torf als Brennmaterial abgebaut. Aber erst im 20. Jahrhundert wurde durch den großflächigen Abbau des Torfes Raubbau betrieben. Die wenigen noch vorhandenen Moore sind heute geschützte Naturgebiete.
Moor wird von Findorff in seinem Moor-Katechismus wie folgt beschrieben: „Die großen wilden Möhre haben eine mehrentheils waagerechte Oberfläche, die zwar das äußere Ansehen einer Festigkeit hat, dennoch aber durchaus schwammig, lukker, voller Waßer, und daher entweder gantz unzugänglich – oder doch sehr mühsam zu begehen ist.“

Morgen ist die ursprüngliche Größenbezeichnung für ein Stück Land, das mit einem Pferde-Gespann an einem "Morgen" gepflügt werden kann. Heute gilt bei dem Flächenmaß: 1 Morgen = ¼ Hektar = 2500m².

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