Plattdeutsch

Im Moor spricht man Plattdeutsch - das ist bis heute so. Zwar ist das Plattdeutsche immer wieder totgesagt worden - in meiner Kinder- und Jugendzeit in den 50er Jahren galt man als Landei, wenn man “platt schnakte”. Aber heute gibt es in vielen norddeutschen Dörfern und Städten Vereine, die sich um den Erhalt der Sprache mühen. Und in vielen Orten sprechen die Jugendlichen ganz selbstverständlich wieder die Sprache ihrer Groß- und Urgroßeltern.

Die plattdeutsche Sprache hat viele unterschiedliche Worte, je nach Region. So variiert der Plural von “Kuh” von Ort zu Ort: Keuh und Keih oder auch Köh. In der Nähe von Bremervörde wird in drei Dörfern, die nur 2-3 km auseinander liegen, das Wort Pforte ganz unterschiedlich ausgesprochen. In Ebersdorf heißt es Port, in Alfstedt Purt und in Hollen Pauert.

Das Plattdeutsche gibt es also eigentlich gar nicht. Es gibt eine Unzahl an Varianten. Das war im Moor besonders auffällig, denn es bewarben sich Knechte und nicht erbberechtigte Bauernsöhne auf die Moorstellen. Sie kamen aus verschiedenen Dörfern der Region. Und sie brachten die unterschiedlichen Bräuche und die Sprache ihres Dorfes mit. Erst im Laufe der Generationen entstand daraus eine Einheit, aber wieder nur innerhalb eines Moordorfes.

Mein Buch ist in Hochdeutsch geschrieben. Aber immer wieder sind plattdeutsche Sätze und Ausrufe zu finden. Ich musste mich für eine der vielen Varianten entscheiden. Ich habe mit Menschen aus unterschiedlichen Moordörfern gesprochen und nach dem Plattdeutschen gefragt. Schließlich habe ich mich aber für das Plattdeutsch entschieden, das meine eigenen Großeltern gesprochen haben.

Übrigens: Meine Freundin aus dem Allgäu hatte mit den plattdeutschen Sätzen keine Probleme. Ihr Inhalt erschließt sich meist aus dem Zusammenhang. Und außerdem gibt es im Anhang einen Abschnitt mit Erklärungen zu den plattdeutschen Wörtern und Sätzen. 

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