Worpswede

Ein ungewöhnlicher Ort

Das kommt bestimmt nicht oft vor: Eine Krimi-Lesung in einem Beerdigungsinstitut. Aber in diesem Fall machte es durchaus Sinn. Der Inhaber des Bestattungsinstituts “Franzke und Högemann” in Worpswede hatte für den Anfang des Jahres 2004 eine Vortragsreihe zu unterschiedlichen Themen, die sich alle mit Tod und Sterben befassen, geplant. Und weil sich in diesem Institut meine Gruppen für Trauernde treffen, entstand die Idee in einer Trauergruppe, seine Reihe mit einer Lesung aus meinem Buch, das gerade erschienen war, zu beginnen. Und da der Roman in Worpswede und Umgebung spielt, lag der Ort ja auch nahe.

Etwa fünfzig Personen sind am 21. Januar 2004 zur Veranstaltung gekommen. Die meisten waren mir aus den Trauergruppen und -feiern in Worpswede bekannt. Das war auch gut so. Ich bin es ja gewohnt, vor vielen Menschen zu sprechen, aber die erste Lesung aus dem eigenen Buch ist doch noch etwas anderes.

Bei der Auswahl der Abschnitte aus dem Buch habe ich darauf geachtet, dass nicht gerade die Szenen mit Toten dabei waren. Vielleicht merkwürdig für eine Lesung aus einem Krimi - aber mit Rücksicht auf die Menschen, die vor nicht allzu langer Zeit einen nahestehenden Menschen verloren haben, durchaus sinnvoll.

Wir haben einen Beamer aufgebaut, mit dem wir passende Bilder aus dem Moor oder von Gegenständen, die bei der Arbeit im Moor verwendet werden, an die Wand projiziert haben. Dazu spielte das Notebook den “passenden Sound”: Vogelgezwischer, Wasserglucksen und Windrauschen.

In der Pause gab es dann für alle einen Buchweizenpfannkuchen, so dass man nicht nur hören und sehen, sondern auch schmecken konnte.

Und am Ende als Überraschung der originalgetreue Nachbau einer Moorstelle mit Moorhütte, Torfstich und -graben. Auf dem Sanddamm sind sogar die Rad- und Trittspuren der Pferdewagen zu sehen.

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